In guten Händen von A nach B

Veröffentlicht am 10.07.2017
Manuela Bönsch, Harald Langer und Bärbel Fischer vom BRK Dillingen arbeiten für den Fahrdienst. Sie sind jeden Tag unterwegs, um ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung nach Hause, zum Arzt oder auch zur Kur nach Bad Tölz zu bringen

 

Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, braucht ständig Unterstützung. Was den Transport betrifft, ist das BRK auch bei privaten Anfragen gerne bereit, zu helfen (Von Katrin Reif)

Wenn das Aufstehen schwer fällt, der Rücken weh tut und man einfach nicht mehr so fit ist, dann kann eine einfache Autofahrt von A nach B zur Qual werden. So geht es auch der Patientin im Wertinger Krankenhaus, der Harald Langer und Bärbel Fischer vom Bayerischen Roten Kreuz aus dem Bett helfen. Sie klagt über schlimme Kreuzschmerzen und hat Mühe dabei, sich aufzurichten. Langer und Fischer sind ein eingespieltes Team. Sie stützen die ältere Frau unter den Schultern, heben sie an und legen sie behutsam auf die Liege. Sie decken sie zu und ziehen beinahe synchron die Anschnallgurte um ihren Brustkorb. Jetzt geht es ab nach Hause ins Altenheim.

 

Langer und Fischer arbeiten für den Fahrdienst des Bayerischen Roten Kreuzes. Sie bringen täglich ältere Menschen und Menschen mit Behinderung ins Krankenhaus, zum Arzt, nach Hause, in die Schule oder zur Arbeit. Ganz ohne Sirene, ganz ohne das Tempo, das die Rettungswagen des BRK draufhaben, wenn sie Notfälle transportieren. Ihnen geht es nicht um Schnelligkeit, sondern darum, die Fahrt so angenehm wie möglich zu gestalten.

 

Bärbel Fischer hat sich nach hinten neben die Liege gesetzt und unterhält die Patientin, die nun zurück in ihr Altenheim nach Meitingen darf. Sie fragt sie nach ihren Töchtern und der Zeit im Heim. Es komme immer darauf an, wie es den Menschen gehe. „Darauf stellen wir uns dann ein“, erklärt Fischer.

 

Währenddessen überlegt ihr Teampartner, welcher Weg der Beste ist, um nach Meitingen zu kommen. Auf der Strecke über Langenreichen gibt es ihm zu viele Schlaglöcher, daher nimmt er einen anderen Weg. „Der Patient ist immer im Vordergrund“, sagt er.

Ihre Aufträge führen die Mitarbeiter des Fahrdienstes nicht nur in den benachbarten Landkreis, sondern manchmal auch viel weiter. Langer ist schon nach Bad Tölz gefahren, nach Füssen und einmal ging es auch nach Österreich – sogar mit Übernachtung. In diesem Fall hat eine Familie den Fahrdienst privat beauftragt. Dann bezahlen sie auch die Rechnung – sofern der Arzt den Transport nicht angewiesen hat und die Krankenkasse nicht aus anderen Gründen dafür aufkommt.

 

„Jeder kann bei uns anfragen“, erklärt die Chefin des Fahrdienstes, Manuela Bönsch. Die insgesamt 73 Fahrzeuge und 127 Fahrer, die für den Fahrdienst unterwegs sind, seien für die verschiedensten Zwecke ausgestattet. Für Liegendfahrten und Rollstuhlfahrten zum Beispiel. Nur medizinische Ausrüstung gibt es an Bord nicht. Das unterscheidet die Fahrzeuge von den Rettungswagen.

 

Für alle Fälle hat Langer dennoch eine Ausbildung zum Sanitäter gemacht. Er will helfen können, sollte doch einmal eine Notsituation eintreten. Er bringt auch viele Patienten zur Chemotherapie und zur Dialyse. Dafür hat er nicht nur das nötige Notfallwissen dabei – darauf muss man sich auch seelisch vorbereiten, sagt er. „Man muss auch manchmal stark sein. Wenn man jemanden lange zur Dialyse fährt, kennenlernt, und er dann auf einmal nicht mehr da ist.“ Langer würde sich dennoch immer wieder für diesen Beruf entscheiden: „Das ist meine Arbeitsstelle bis zur Rente“, sagt er und grinst seine Chefin an.

Bönsch ist an diesem Tag dabei, um sich wieder einmal ein Bild von der Arbeit ihrer Fahrer zu machen. Sie koordiniert die Aufträge, die täglich anfallen. „Gerade ist noch eine Fahrt reingekommen“, sagt sie. „Schafft ihr das?“ „Klar“, sagen Langer und Fischer. Als sie in Meitingen stoppen, sagt ihre Patientin verwundert: „Sind wir schon da?“ So soll es sein, finden die Fahrer. Das zeige ihnen, das sich die Frau wohlgefühlt hat. Sie helfen ihr bis in ihr Zimmer und heben sie behutsam in ihren Sessel.

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